Aufgaben & Ziele


Das Institut für Plastintion (IfP) hat sich zur Aufgabe gemacht, anatomische Präparate herzustellen und für die medizinische Aus- und Fortbildung von Ärzten sowie für die allgemeine medizinische Aufklärung der Bevölkerung verfügbar zu machen. Die Präparate werden ausschließlich für diese Zwecke hergestellt und nur direkt an anerkannte Lehr- und Forschungseinrichtungen sowie an naturwissenschaftliche Museen abgegeben, nicht jedoch an Privatpersonen oder Händler.

Ganz konkret widmet sich das IfP folgenden Aufgaben: 

  1. Herstellung und Weitergabe anatomischer Präparate ausschließlich an Institute der Anatomie, Pathologie und Rechtsmedizin an Universitäten in der ganzen Welt;

  2. Herstellung und Weitergabe anatomischer Präparate zum Zwecke von Operationsübungen, so z. B. Schläfenbeine für die Ausbildung von HNO-Ärzten;

  3. Herstellung und Weitergabe herkömmlicher formalinfixierter anatomischer Präparate, Plastinate sowie Skelett- und Gefäßgestaltpräparate für die studentische Ausbildung;

  4. Herstellung und Weitergabe anatomischer Präparate an etablierte naturwissenschaftliche Museen;

  5. eigene Präparationen für Anatomische Atlanten sowie ein Computer-Anatomie-Projekt (CD-ROM).

Zudem macht das IfP das Know-how der Plastination weltweit bekannt, so dass auch andere Lehreinrichtungen von diesem einzigartigen Verfahren profitieren können. Außerdem werden im IfP wissenschaftliche Ziele verfolgt, denn die Techniken der Plastination und die anatomischen Präparationen werden hier ständig weiterentwickelt und verfeinert. Dabei helfen auch Gastwissenschaftler und Stipendiaten in- und ausländischer Universitäten.

Inzwischen gibt es bereits mehr als 400 Plastinationslabors in 40 Ländern der Erde, die plastinierte Präparate für den studentischen Unterricht fertigen. Der Forschungsbedarf ist trotz aller bisherigen Erkenntnisse immer noch immens. Dabei geht es beispielsweise um die Erprobung neuer Kunststoffe, um die Farberhaltung des Gewebes sowie Verbesserungen der Plastination besonders schwierig zu konservierender Präparate, wie z. B. der Augäpfel.

Bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Plastinationskongress stellen die Teilnehmer jeweils von ihnen gefertigte Plastinate aus. Darüber hinaus sind eine "Internationale Gesellschaft für Plastination" und deren Fachzeitschrift "Journal of the International Society of Plastination" die Hauptforen, in denen sich die Experten über Fortschritte der wissenschaftlichen Anwendungen austauschen. Aktuelle Fragen sind z. B., wie sich mit Hilfe der Scheibenplastination sehr komplexe Vorgänge wie die Blutversorgung der Handwurzelknochen aufklären lassen oder so subtile Strukturen wie die um die Prostata verlaufenden Muskeln und Nerven verlaufen, die für die sexuelle Potenz unerlässlich sind - für die präzise Planung chirurgischer Eingriffe sind solche Kenntnisse äußerst wichtig.