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Der Plastinationsprozess
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Die Plastination ist ein Verfahren, in dem sich subtile Anatomie und
moderne Kunststoffchemie vereinen. Sie ermöglicht die naturgetreue
Konservierung einzelner Organe und ganzer Körper in zuvor unerreichter
Anschaulichkeit und Ästhetik. Die fertigen Präparate sind trocken,
geruchlos und unbegrenzt haltbar. Wie viele Erfindungen ist auch die
Plastination im Prinzip einfach:
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1. Fixierung Zunächst wird der Verwesungsprozess gestoppt,
indem über die Arterien Formalin in den Körper gepumpt wird. Es tötet
sämtliche Bakterien ab und verhindert durch chemische Prozesse den
Zerfall des Gewebes. |
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2. Präparation Mit Pinzette, Skalpell
und Schere werden Haut, Fett- und Bindegewebe entfernt und die
einzelnen anatomischen Strukturen freigelegt. Als Vorlage für die
Präparation dienen dem Plastinator oftmals Zeichnungen. Je nach
Komplexität der anatomischen Darstellung dauert die Präparation 500 bis 1000 Arbeitsstunden. Erst wenn die gewünschten anatomischen Strukturen
herausgearbeitet wurden, erfolgt die Konservierung durch Plastination. |
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3. Entwässerung und Entfettung Der
Plastinationsprozess selbst basiert auf zwei Austauschprozessen. In
einem ersten Schritt wird das Körperwasser, aus dem der menschliche
Körper zu 70% besteht, durch ein Lösungsmittel, z.B. Azeton, ersetzt.
Das Präparat wird dafür in ein eiskaltes Azetonbad gelegt, welches das
Körperwasser nach und nach herauslöst. Dieser Prozess dauert je nach
Größe des Präparats zwei Wochen bis drei Monate. Anschließend wird das
Azetonbad auf Raumtemperatur erwärmt, um die löslichen Fette aus dem
Gewebe zu entfernen. |
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4. Forcierte Imprägnierung Die Forcierte
Imprägnierung ist der zweite Austauschprozess und der zentrale Schritt
in der Plastination. Hierbei wird das Azeton gegen Reaktionskunststoff,
z.B. Silikonkautschuk, ausgetauscht. Dies geschieht in einer
Vakuumkammer, die mit dem flüssigen Kunststoff gefüllt ist. Durch das
Vakuum beginnt das im Präparat vorhandene Azeton zu sieden. Das aus dem
Gewebe ausgasende Azeton wird abgesaugt, und der im Präparat
entstehende Unterdruck sorgt für das Eindringen der Kunststofflösung
bis in die letzte Zelle. Dieser Vorgang dauert 2 bis 5 Wochen. |
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5. Positionierung Das mit Silikonkautschuk durchtränkte
Präparat ist zunächst noch flexibel und gestaltbar. Der Körper wird in
die gewünschte Pose gebracht, jede einzelne anatomische Struktur
korrekt positioniert und mit Hilfe von Drähten, Nadeln, Klammern und
Schaumstoffblöcken fixiert. Das Positionieren erfordert große
anatomische Sachkenntnis, gestalterisches Geschick und einen Sinn für
Ästhetik. Der gesamte Vorgang kann einige Wochen, aber auch mehrere
Monate dauern. 6. Gas-Härtung
In einem letzten Schritt
wird das Präparat gehärtet. Mit Silikon imprägnierte Präparate werden
mit Hilfe eines speziellen Gases gehärtet. Für andere Kunststoffe, wie
Polyester und Epoxidharze, wird Licht oder Wärme verwendet. Mit der
Härtung ist der Plastinationsprozess abgeschlossen und das Präparat
dauerhaft vor der Verwesung geschützt. |
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Scheiben-Plastination Die
Scheiben-Plastination ist eine spezielle Anwendung der Plastination.
Der Körper wird hierbei nach der Formalinkonservierung bei -70° C
eingefroren und anschließend in 2-8 mm dicke Scheiben gesägt. Wie bei
der Ganzkörper-Plastination werden die Scheiben dann entwässert und im
Vakuum imprägniert. Anstelle von Silikon wird hierfür jedoch ein klares
Epoxidharz verwendet, das in der Wärme aushärtet. |
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