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Erklärung zum Verkauf menschlicher Plastinate Heidelberg, 5. Februar 2008
Als Erfinder der Plastination und öffentlicher Anatom fühle ich mich
vor allem den Meinungen und Wünschen der Körperspender verpflichtet.
Die Körperspende zur Plastination ist das ethische Rückrat der
Plastination und des PLASTINARIUMS in Guben. Der geplante
qualifizierte Verkauf von Plastinaten auf hohem ethischen Niveau erwies
sich bei näherer Prüfung schwieriger als zunächst gedacht. So stieß die
Ankündigung, Plastinate nicht an Laien abzugeben, bei einigen
Körperspendern auf Unverständnis, weil Verkaufsbeschränkungen
wissenschaftsfeindlich seien. Es gebe ja auch Privatgelehrte und
Wissenschaftler im Ruhestand. Ich möge Menschen nicht in Gruppen
einteilen, sondern mich an der Qualifikation der Anwender orientieren.
Durch diese Überlegungen kam ich kurzfristig zu der Meinung, dass beim
Verkauf menschlicher Plastinate nicht zwischen Laien und Fachleuten
unterschieden werden sollte, sondern dass Plastinate statt dessen an
qualifizierte Nutzer abgegeben werden sollten, zu denen auch Laien
gehören können. Nach intensiven Diskussionen mit Mitarbeitern,
Köperspendern und engagierten Journalisten musste ich jedoch erkennen,
dass eine solche Entscheidung mehr Fragen aufwirft als sie löst.
Beispielsweise wird es dann schwierig, die Merkmale eines
qualifizierten Nutzers eindeutig zu bestimmen und zu entscheiden,
inwieweit wissenschaftliche Interessen als Privatperson berücksichtigt
werden dürfen. Als Ergebnis der Diskussionen komme ich zu dem
Entschluss, dass eine Abgabe menschlicher Plastinate nur an etablierte,
öffentlich anerkannte Lehr- und Forschungsinstitutionen in Frage kommen
kann. Dazu gehören auch nicht, und das ist neu, individuelle Fachleute. Ich
bedaure, dass meine öffentlichen Überlegungen vorübergehend Zweifel an
meiner hohen ethischen Verantwortung als Plastinator genährt haben
könnten. Ich versichere deshalb, in Zukunft Überlegungen von solch
emotionaler Tragweite nur nach gründlicher Prüfung in die öffentliche
Diskussion einzubringen. Der verantwortliche Umgang mit den
Körperspendern des Instituts für Plastination ist mir eine große
Verpflichtung, der ich in Zukunft noch mehr als bisher gerecht werden
will. Gunther von Hagens 5. Februar 2008
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